Marienstatue von Bernhard Kucken

07.05.2019. Im Garten des Gerricusstifts steht seit einigen Tagen eine lebensgroße Marienfigur – ein Unikat aus Steinguss des Künstlers Bernhard Kucken. „Die Anfrage hat mich sehr überrascht“, gibt der Bildhauer zu. Es komme schließlich nicht alle Tage vor, dass er gebeten werde, eine Marienstatue zu entwerfen - noch dazu eine lebensgroße. Doch Bernhard Kucken, der an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrt und für seine realistischen Werke bekannt ist, sagte direkt zu.

Bernhard Kucken erklärt, warum seine Madonna kein "liebliches Lächeln" auf den Lippen hat: "Ich habe mir vorgestellt, wie sich die junge Mutter auf der Flucht gefühlt haben muss."

Der Wunsch nach einer großen, wettertauglichen Madonna mit Jesus-Kind kam von der Bürgerstiftung Gerricus, die im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem Bildhauer war. „Wir wollen mit der Statue sozusagen die letzte Lücke im Garten des Gerricusstifts schließen“, erklärt Michael Brockerhoff, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Gerricus. „Gegenüber den Sitzbänken des so genannten ‚Ruheplatzes‘ ist bereits ein Halbrund aus großen Steinen angelegt, doch es fehlt bisher der Blickfang.“ Vor zwei Jahren ließ das Pflege- und Altenheim Gerricusstift seinen Garten aufwendig neu gestalten, und die Bürgerstiftung Gerricus stattete damals die Anlage dank großzügiger Spender mit einem Sinnesgarten für Demenzkranke, Kunstwerken und einem ansprechenden Vorplatz samt Gartenmöbel aus. „Als Pflege- und Altenheim, das mit der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta einen katholischen Träger hat und in dem viele Bewohnerinnen und Bewohner leben, denen ihr christlicher Glaube sehr wichtig ist, lag es nahe, eine Marienstatue zu wählen“, sagt Remy Reuter, der Leiter des Gerricusstifts.

Die Madonna in Gips: Atelierbesuch bei Berhard Kucken in der Düsseldorfer Kunstakademie.

Bildhauer Berhard Kucken machte daraufhin einen ersten, ca. 40 Zentimeter hohen Gipsentwurf für eine Madonna und stellte diesen bei einem Ortstermin im Garten des Gerricusstifts vor. Der Entwurf überzeugte sofort, obwohl der Gesichtsausdruck der jungen Maria für einigen Diskussionsstoff sorgte. So wurden sich der Künstler, Remy Reuter, der Bewohnerbeirat des Gerricusstifts sowie Michael Brockerhoff und Renate Scheiter, die als Zeitstifterin der Bürgerstiftung Gerricus künstlerische Projekte leitet, schnell einig. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem einzigartigen Kunstwerk nun einen Ort haben, der Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter, Gäste und Gemeindemitglieder zum Verweilen und zum Gebet einlädt“, sagt Einrichtungsleiter Remy Reuter.

Gar nicht so einfach, die schwere Statue auf ihren Platz zu heben. (Foto: Michael Brockerhoff)

Die – öffentlich zugängliche – Statue soll auch zum Treffpunkt der Gemeinde werden, z.B. im Monat Mai für Marienandachten. Am Sonntag, 5. Mai wurde die Marienstatue vom leitenden Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta, Monsignore Oliver Boss, gesegnet und bei einer kleinen Andacht den Mitgliedern der Kirchengemeinde im Beisein von Bewohnerinnen und Bewohnern des Gerricusstifts vorgestellt.

Pfarrer Monsignore Oliver Boss segnet die Marienstatue.

Die Bürgerstiftung Gerricus, die wie bei fast allen ihren Projekten auch bei der Marienstatue in Vorleistung getreten ist, bittet herzlich um Spenden zur Finanzierung des Kunstwerks. Informationen unter www.buergerstiftung-gerricus.de

Text und Fotos (sofern nicht anders angegeben): Angelika Fröhling

 


 

Schüler spielen mit Bewohnern Mau-Mau, Rommé und Schach

12.06.2019. Salih Colak und Matei Bucur rätseln. Die 13-jährigen Schüler des Gymnasiums Gerresheim sitzen mit Helga Koß und Karl-Heinz Conzen vor einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielbrett und können sich nicht mehr erinnern, wie das Kartenspiel hieß, das sie bei ihrem letzten Besuch im Pflege- und Altenheim Gerricusstift zusammen gespielt haben. Der 68-jährige Conzen hilft: „Es heißt Mau-Mau.“


Gesellschaftsspielvormittag im Gerricusstift

Zwei Tische weiter ist es anders herum: Hier erklären Max Bach und Maximilian Wittek der 96-jährigen Edith Szewczuk die Regeln des Rommé-Spiels. Während die beiden Schüler Rommé schon mit den Großeltern bzw. mit dem Vater gespielt haben, hatte die ehemalige Opernkostümbildnerin bisher keine Zeit und kein Interesse für Gesellschaftsspiele. „Früher habe ich jede freie Minute draußen mit meinen großen Hunden verbracht“, erzählt sie. „Doch heute möchte ich mal etwas Neues ausprobieren“, so Szweczuk.


Lea Widera (rechts) und Maximilian Wittek bringen Edith Szweczuk das Rommé-Spielen bei.

Die Schüler der 8. Klasse, die an diesem Vormittag zum letzten Mal statt im Klassenraum im Gruppenraum des nahegelegenen Pflege- und Altenheims sitzen, nahmen ein Schuljahr lang an dem Projekt „Ich und die anderen“ teil. Andrea Daly, Lehrerin für katholische Religion am Gymnasium Gerresheim, gestaltet ihren Unterricht gerne mit einem praktischen Teil. „Religion muss sich auf das Leben auswirken“, findet sie. Im Pflege- und Altenheim Gerricusstift fand Andrea Daly einen dankbaren Partner für ihr Projekt. Seit den Herbstferien besuchte eine Gruppe von etwa 8 Schülern alle vier Wochen das Gerricusstift, um sich eine Stunde lang mit einer ähnlich großen Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern zum Gesellschaftsspielvormittag zu treffen. Das ist für beide Seiten ein Gewinn – da sind sich Lehrerin Andrea Daly und Katharina Beckord, die für den Sozialen Dienst des Gerricusstifts den Spielevormittag organisiert, einig.


Leticia Zeipelt (links) mit Elisabeth Graf und Anneliese Bleh beim "Fang-den-Hut-Spielen".

Zur Vorbereitung auf den „praktischen Relgionsuntericht“ hat Lehrerin Daly mit ihren Schülern geübt, was sie die Damen und Herren fragen und was sie über sich erzählen können. Maximilian Wittek hat das Gelernte direkt bei seinem ersten Besuch im Gerricusstift angewendet und sich mit seinen älteren Spielpartnern über deren Kindheit unterhalten. Sein Fazit: „Die Kindheit früher war eigentlich wie bei uns – nur ohne Handy.“ Auch Schülerin Lea Widera hat sich bei ihrem letzten Besuch angeregt mit Bewohnerin Elisabeth Föster unterhalten. „Dabei haben wir Fußball als gemeinsames Interesse entdeckt“, so die 13-Jährige.


Max Busch und Elisabeth Föster sind ganz konzentriert bei der Sache.

„Der Umgang mit den älteren Menschen fordert die Jugendlichen, und ist für sie eine intensive Erfahrung“, sagt Andrea Daly. Besonders beschäftigt viele Schüler die Frage, wie die Gerricusstift-Mitarbeiter damit umgehen, dass laufend Bewohnerinnen und Bewohner sterben. Anlass für die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod war ein Rundgang durch das gesamte Pflege- und Altenheim zu Beginn des Projekts, bei dem die 13- bis 14-Jährigen auch den Abschiedsraum des Gerricusstifts besichtigten. Für Andrea Daly ist dies ein „kostbarer“ Nebenaspekt des Projekts, denn „in unserer Machergesellschaft wird der Tod meist verdrängt“.

Dass die rund 20 teilnehmenden Schüler ihre Eindrücke während des „praktischen Religionsunterrichts“ im Gerricusstift gut verarbeiten können, ist der Lehrerin wichtig. Deshalb ist sie Gerricusstift-Mitarbeiterin Katharina Beckord sehr dankbar, dass sie nach jedem Besuch der Schüler ein kleines Abschlussgespräch geführt hat. Darüber hinaus sollten die Schüler ihren Mitschülern nach jedem Spielevormittag von ihren Erfahrungen berichten.


Uwe Bauersachs (links) und Philipp Brinkmann (rechts) spielen nach mehreren Runden Schach noch ein bisschen Mau-Mau. Im Hintergrund sind Salih Colak (3.v.l.) und Matei Bucur (2.v.l.) mit Helga Koß und Karl-Heinz Conzen (nicht auf dem Bild zu sehen) noch bei der ersten Partie Mensch-ärgere-dich-nicht.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Gerresheimer Pflege- und Altenheims wiederum freuen sich über die Abwechslung, die die Schülerinnen und Schüler ihnen bieten. Uwe Bauersachs spielt an diesem Tag bereits zum dritten Mal mit Philipp Brinkmann Schach: „Man sieht mal andere Leute und es macht Spaß, mit anderen Gegnern zu spielen“, sagt der pflegebedürftige Bauersachs. An seinem 14-Jährigen Gegenüber schätzt er vor allem, dass dieser „nicht so viel redet“. In der Tat sitzen die beiden hochkonzentriert am Tisch. Als Vorbereitung auf die Besuche im Gerricusstift hat Philipp Brinkmann intensiv in den Herbstferien mit seinem Bruder das Schachspielen geübt. Das zahlt sich nun aus. Die Partie endet Remis. Auch Elisabeth Föster ist nach einer Stunde Rommé-Spiel begeistert. „Es war wieder wunderbar und ich wünsche euch alles, alles Gute“, sagt sie und drückt ihren drei jungen Spielpartnern zum Abschied fest die Hand.

Text und Fotos: Angelika Fröhling


 

 

Ausstellungsrundgang mit Edith Szewczuk

13.03.2019. Die Ausstellung "Opernkostüme aus vier Jahrzehnten" von Bewohnerin Edith Szewczuk in der Cafeteria des Gerricusstifts fand großen Anklang und wurde deshalb um eine Woche verlängert. Am gestrigen Dienstag hatte der Soziale Dienst zum Rundgang durch die Ausstellung eingeladen. Etwa 15 Bewohnerinnen und Bewohner ließen sich die Zeichnungen der langjährigen Kostümbildnerin der Oper am Rhein, Edith Szewczuk, zeigen.  Doch es gab nicht nur Zeichnungen zu sehen...

Ingeborg Rudolph probiert einen Hut aus der Oper "Die Lustige Witwe" an - ein Geschenk der Oper am Rhein zum Abschied von Edith Szewczuk nach 36 Jahren als Kostümbildnerin.
Martina Müller vom Sozialen Dienst zeigt den Teilnehmern des Rundgangs Zeichnungen von Operkostümen aus der Nähe.

 

Edith Szewczuk (3.v.l.) mit einer Zeichnung von "Graf und Gräfin" aus der Strauß-Oper "Capriccio".
Die Operncharaktere Orpheus und Eurydike - hoch gehalten von Irene Hoppe vom Sozialen Dienst.
Marianne Catterfeld (l.) im Gespräch mit Edith Szewczuk (Mitte). Im Hintergrund an der Wand hängend: Kostümzeichnungen, die Edith Szewczuk in ihrer Zeit an der Düsseldorfer Kunstakademie (1943-1949) angefertigt hat.
 

Text und Fotos: Angelika Fröhling


 

Opernkostüme aus fast vier Jahrzehnten

09.03.2019. „Ich habe schon als Kleinkind gerne gezeichnet“, erzählt die 96-jährige Edith Szewczuk. Trotz der schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre gelingt es ihr, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen: Mehr als 36 Jahre lang hat sie als Kostümbildnerin Opern- und Operettenkostüme entworfen - zunächst für die Städtischen Bühnen Düsseldorf und später für die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg. Heute wohnt die gebürtige Düsseldorferin im Pflege- und Altenheim Gerricusstift und stellt dort erstmals Zeichnungen aus ihrem Berufsleben aus.

Edith Szewczuk mit einer Zeichnung eines von ihr entworfenen Opernkostüms.

Der Rundgang durch die Cafeteria des Gerricusstifts entlang der fünfzehn gerahmten Bilder und drei Zeichnungen in einer Vitrine mutet wie eine Zeitreise in die Operngeschichte an. Orpheus und Euridyke aus der gleichnamigen, von Christoph Willibald Gluck komponierten Oper hängen neben Robert, Professor und Krankenwärter, die Edith Szewczuk für „Hin und Zurück“ - einer Oper von Paul Hindemith - zeichnete. Prachtvolle Rokkoko-Kostüme des Grafen und der Gräfin aus der Richard-Strauß-Oper „Capriccio“ hat die Kostümbildnerin ebenso entworfen wie moderne Tanzanzüge für eine Ballettaufführung.

Eine Lieblingsoper hatte Edith Szewczuk allerdings nie: „Ich fand es jedes Mal schön, sich für ein Stück die Kostüme zu überlegen.“ Und sie ergänzt: „Auch wenn es oft anstrengend war.“ Schließlich mussten bei jeder Inszenierung alle Figuren von der Hauptrolle bis zu den Statisten mit Kleidern ausgestattet werden. „Wichtig war vor allem das Vorgespräch mit dem Regisseur“, erinnert sich die 96-Jährige. Dabei versuchte sie möglichst viel über den geplanten Charakter und Stil des Stücks herauszufinden.

 


In einer Vitrine ist ein Hut aus der Oper "Die lustige Witwe" zu sehen - ein Abschiedsgeschenk für die Kostümbildnerin Szewczuk von der Deutschen Oper am Rhein im Dezember 1986.

„Mein erster Chef war Gustaf Gründgens“, berichtet Edith Szewczuk, die im August 1949 ihr erstes Engagement an den Städtischen Bühnen Düsseldorf antrat, dessen Generalintendant Gründgens damals war. Edith Szewczuk hatte zu diesem Zeitpunkt gerade ihr Studium der Bühnenkunst an der Kunstakademie Düsseldorf unter Professor Walter von Wecus abgeschlossen. Er war der erste Professor, der eine Bühnenkunst-Klasse an einer deutschen Hochschule aufbaute und leitete.

 


Auch für "Anna" und "Marja" aus der Oper "Der Revisor" von Gogol dachte sich Edith Szewczuk Kostüme aus.

An die Kriegszeit – Edith Szewczuk machte 1942 an der Städtischen Oberschule für Mädchen an der Eulerstraße Abitur und begann ihr Studium im Wintersemester 1943/1944 – erinnert sie sich nicht gerne: „Wir wurden ausgebombt und hatten nur noch die Kleidung, die wir anhatten.“ Umso lieber sind ihr die Erinnerungen an ihre erfüllte Zeit als festangestellte Kostümbildnerin an der Oper am Rhein – wie ihre Arbeitsstätte seit der Trennung vom Schauspiel und dem Zusammenschluss von Düsseldorf und Duisburg im Jahr 1955 hieß. „Viel Spaß hatten wir mit einem Tenor, der sich bei der Kostümanprobe immer auf einen Tisch stellte, damit er sich besser im Spiegel betrachten konnte“, sagt Edith Szewczuk, die froh darüber ist, dass sie ihr Hobby zum Beruf und ihr Beruf zum Hobby machen konnte.

Kostüme für Eiskunstläufer Rudi Cerne entworfen

An eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Eiskunstläufer Rudi Cerne erinnern in der Ausstellung in der Cafeteria des Gerricusstifts Fotos und Kostümzeichnungen auf einer Stellwand. Auf einem Foto, das ihn in einem Kostüm von Edith Szewczuk bei den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo zeigt, hat der heutige Sportjournalist und Fernsehmoderator Cerne („Aktenzeichen XY“) handschriftlich vermerkt: „Liebe Frau Szewczuk! Ihre Kostüme waren doch die Besten!“. Rudi Cerne wurde damals Vierter und verpasste nur knapp eine olympische Medaille.

 

Rudi Cerne trug bei den Olympischen Spielen 1984 in Sarajewo ein von Edith Szewczuk entworfenes Kostüm.

Hingucker der Ausstellung sind zudem ein von Szewczuk entworfenes Kleid aus der Mozart-Oper „Così fan tutte“ sowie ein prachtvoller schwarzer Damenhut aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár – ein Geschenk der Oper am Rhein zum Abschied von Edith Szewczuk, die Ende Dezember 1986 in den Ruhestand ging.

Die Zeichnungen, Fotos und Requisiten hat Annelie Sturm aus Duisburg für die Ausstellung zusammengetragen. Edith Szewczuk ist eine Cousine ihrer Mutter und sie redet sie bereits seit Kindertagen mit „Tante“ an. Da die 96-Jährige kinderlos geblieben ist, sind Annelie und Jochen Sturm die nächsten Verwandten der ehemaligen Kostümbildnerin. Als Edith Szewczuk vor zwei Jahren aus ihrer Wohnung in Grafenberg ins Gerricusstift umzog, nahm das Ehepaar die vielen Mappen mit den kunstvollen Zeichnungen und die Requisiten bei sich auf und bewahrt sie seitdem in einem Schrank auf dem ausgebauten Dachboden ihres Hauses auf. „Die Auswahl für die Ausstellung fiel schon sehr schwer“, beteuert Annelie Sturm. „Eigentlich könnten wir noch viel mehr von ihren wunderschönen Kostümzeichnungen zeigen.“

Annelie Sturm und Edith Szewczuk mit einem Kleid aus einer Aufführung der Mozart-Oper "Così fan tutte".
 

Die Ausstellung von Edith Szewczuk ist vom 11. bis 25. März (einschl.) täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Ort: Cafeteria der Gerricusstifts

Text und Fotos: Angelika Fröhling


 

Kandidaten des Seniorenrats stellen sich vor

08.02.2019. Im März sind alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, die älter als 60 Jahre sind, aufgerufen, an der Wahl zum Seniorenrat teilzunehmen. Welche Frauen und Männer sich im Stadtbezirk 7 zur Wahl stellen und wofür sie sich einsetzen wollen, das erfuhren die Bewohnerinnen und Bewohner am 7. Februar ohne sich weit weg bewegen zu müssen: Einer von zwölf geplanten Vorstellungsterminen für die Stadtteile Gerresheim, Ludenberg, Grafenberg, Hubbelrath und Knittkuhl fand im Gerricusstift statt.

 



Mehr als 20 Bewohnerinnen und Bewohner des Gerricusstifts waren gekommen, um die Kandidatinnen und Kandidaten der Seniorenratswahl im Stadtbezirk 7 kennenzulernen.

Fünf von insgesamt neun Kandidatinnen und Kandidaten waren um 10 Uhr in den Clubraum des Pflege- und Altenheims gekommen: Ingrid Boss, Wolfgang Brüggmann, Heribert Giertz, Wilhelm Döring und Monika Meister. Die fehlenden vier Kandidatinnen und Kandidaten - Franz Daams, Wilfried Kaussen, Karin Neddermeyer und Klaus Schreiber - sind zum Teil berufstätig und stehen deshalb an einem Vormittagstermin nicht zur Verfügung.

Nach den einleitenden Worten von Claudia von Rappard, der Leiterin der Bezirksverwaltungsstelle 7, erzählten die anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten nacheinander in ein paar Sätzen, was sie beruflich gemacht haben bzw. derzeit ehrenamtlich leisten, und was sie in Düsseldorf für Senioren verbessern wollen – zum Beispiel die Sportangebote ausbauen oder für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Monika Meister und Wilhelm Döring sind bereits im aktuellen Seniorenrat vertreten und konnten auf konkrete Erfolge verweisen.



Wolfgang Brüggmann ist einer von neun Männern und Frauen, die um die Stimme der Bewohnerinnen und Bewohner des Gerricusstifts bitten.

Fragen aus dem „Publikum“ zu den Kandidatinnen und Kandidaten gab es nicht. Gerricusstift-Bewohnerin Marianne Catterfeld war zufrieden mit der Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten: "Toll, dass sie sich aufmachen, um zu uns ins Haus zu kommen." Was die Ziele und Versprechen der Einzelnen angeht, ist die 89-Jährige allerdings etwas skeptisch: "Sie meinen es alle gut, aber es muss natürlich auch Geld da sein, um die Vorhaben umzusetzen." Die 83-jährige Helga Begere weiß nach dem Vorstellungstermin noch nicht, wen sie wählen wird. Letztlich will sie denjenigen wählen, der "am meisten für uns alte Leute tut".

Anfang März werden die Briefwahlunterlagen an die Wahlberechtigten verschickt. Bis zum 31. März muss der ausgefüllte Wahlzettel beim Wahlamt eingetroffen sein.

Text und Fotos: Angelika Fröhling


 

Chorschüler singen Weihnachtslieder



Die Gruppe C der Chorschule St. Margareta singt alte und neue Weihnachtslieder.

21.12.2018. Auch das ist Tradition im Gerricusstift: Kurz vor Weihnachten kommt die jüngste Gruppe der Chorschule St. Margareta ins Gerricusstift und trägt Weihnachtslieder vor. Dieses Mal hatten die Drittklässler unter der Leitung von Kirchenmusiker Klaus Wallrath wieder eine gute Mischung aus alt bekannten und neuen Liedern vorbereitet. Der Auftritt der Chorschüler war ein Programmpunkt der diesjährigen Adventsfeier.



Angehörige und Bewohner genießen Kaffee und Kuchen.

Text und Fotos: Angelika Fröhling


Adventskalender: Das 19. Türchen öffnete sich im Gerricusstift



Irene Hoppe vom Sozialen Dienst (Mitte) verteilt Liedzettel an Bewohner und Gäste.

20.12.2018. Rund 30 Männer und Frauen hatten sich gestern vor der Eingangstür des Pflege- und Altenheims Gerricusstift versammelt. Viele schienen sich zu kennen. „Nicht wahr, wir beide lassen keine Adventsfeier aus“, begrüßte eine Frau eine andere. Aber auch mehrere Einzelpersonen waren gekommen und mischten sich unter die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflege- und Altenheims, die bereits auf dem Vorplatz des Gerricusstifts auf den Bänken Platz genommen hatten oder in ihrem Rollstuhl saßen. Große Windlichter und Lichterketten in kleinen Tannenbäumen schufen eine heimelige Atmosphäre.



Mit einer tierischen Weihnachtsgeschichte stimmt Nicole Vetten vom Sozialen Dienst auf Heilig Abend ein.

Irene Hoppe vom Sozialen Dienst des Pflege- und Altenheims schenkte weihnachtlichen Punsch aus und rief dazu auf, sich an den Plätzchentellern auf den Stehtischen zu bedienen: „Die haben die Bewohner und Bewohnerinnen in unserer Backgruppe selbst gemacht.“ Zwei Frauen schauten als „Zaungäste“ durch eine Hecke auf das Geschehen. Die Terrasse des Zimmers einer Bewohnerin grenzt unmittelbar an den Vorplatz des Gerricusstifts. Die Aufforderung, doch zur Gruppe herüber zu kommen, lehnten die beiden freundlich ab. „Hier haben wir einen sehr guten Überblick.“ Die Versorgung mit Punsch und Plätzchen funktionierte offenbar auch gut.



Günther Berghahn und Nicole Vetten freuen sich, dass viele Menschen zusammen gekommen sind.

Nicole Vetten vom Sozialen Dienst des Pflege- und Altenheims begrüßte die Gerresheimer, die zur Öffnung des 19. Türchens im lebendigen Adventskalender erschienen waren. Das Gerricusstift beteiligte sich zum ersten Mal an der Aktion „Gerresheim leuchtet“, die das „Netz gegen Armut“ seit einigen Jahren im Stadtteil organisiert.



Das Gerricusstift beteiligte sich zum ersten Mal an der Aktion "Gerresheim leuchtet" - lebendiger Adventskalender.

Irene Hoppe las das Gedicht „Der Weihnachtsbaum“ vor. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Oh Tannenbaum“ folgte eine tierische Weihnachtsgeschichte mit nachdenklichem Ende, die von Nicole Vetten vorgetragen wurde. Zum Abschluss sangen alle Versammelten den Weihnachtsklassiker „Süßer die Glocken nie klingen“ – im Schatten des angestrahlten Kirchturms der Basilika St. Margareta ein sehr passendes Lied.

„Es war eine sehr gemütliche Stimmung“, sagte Irene Hoppe am Ende des Abends. „Das sollten wir im nächsten Jahr unbedingt wiederholen.“



Einige Mitarbeiter des Gerricusstifts und Bewohner Günter Berghahn lassen den Abend im Kerzenlicht mit Punsch ausklingen.
Text und Fotos: Angelika Fröhling