"Anpflanzen": Schüler und Bewohner bestücken Hochbeete

18.05.2018. Die Unsicherheit ist groß: Handelt es sich um Thymian? Oder Majoran? Während die 89-jährige Waltraud Alisch und die 15-jährige Ruth Schirra noch rätseln, welche Pflanze sie da gerade in die Erde des Hochbeets setzen, klärt Nicole Vetten vom Sozialen Dienst des Gerricusstifts auf: „Das ist Rosmarin und der schmeckt besonders gut zu Fleisch oder Kartoffeln.“ Gut 25 Bewohner und Mitarbeiter des Pflege- und Altenheims Gerricusstift in Düsseldorf-Gerresheim sowie drei Schülerinnen des Marie-Curie-Gymnasiums sind an diesem Tag bei herrlichem Sonnenschein und den Klängen einer Akkordeonspielerin in den geschützten Sinnesgarten der Einrichtung gekommen, um die Neubepflanzung der drei fahrbaren Hochbeet-Tische mit Blumen, Kräutern und kleinen Gemüsepflanzen zu erleben. Mit Unterstützung der Schülerinnen greifen einige Bewohnerinnen und Bewohner gleich beherzt zu den Gartenschaufeln, graben Löcher in die Erde und versenken darin vorsichtig die bereit gestellten Kohlrabi-, Tomaten- und Paprikapflanzen.   


Jürgen Dünnebacke, Günter Berghahn, Linn Steinberg und Hildegard Herrmann (v.l.) bepflanzen eines von drei mobilen Hochbeeten mit Blumen.

Das Buddeln in der Erde ist für Phoebe Gurbin eine neue Erfahrung: „Wir haben zu Hause keinen Garten oder Balkon, und ich finde es schön, sich mal richtig die Hände schmutzig zu machen.“ Der 15-jährigen Gymnasiastin gefällt das „Anpflanzen“, weil es eine „schöne Abwechslung ist“. Sie macht zurzeit ein Sozialpraktikum im Gerricusstift und besucht jede Woche für zwei Stunden die Bewohnerin Hildegard Herrmann. Oft schiebt Phoebe Gurbin dann die Rollstuhlfahrerin am Pillebach entlang, sie gehen zusammen zum Kegeln und spielen ein Gesellschaftsspiel. Auch für Hildegard Herrmann ist der heutige Tag etwas Besonderes. Sie hilft regelmäßig in der Koch- und Backgruppe des Gerricusstifts mit und freut sich schon darauf, bald etwas ernten zu können. „Es ist schon etwas anderes, wenn ich weiß, dass die Kräuter und das Gemüse auf meinem Teller selbst angebaut sind“, sagt die 89-Jährige.


Phoebe Gurbin, Hildegard Herrmann, Waltraud Alisch und Ruth Schirra (v.l.) setzen Kräuter und Gemüsepflanzen.

Es dauert nicht lange und die drei mobilen, auch für Rollstuhlfahrer bequem unterfahrbaren Hochbeete – eine Spende der Deutschen Bank – sind bestückt und gewässert: Eines mit Kräutern, eines mit Gemüse- und Erdbeerpflanzen und eines mit Sonnenblumen, Fuchsien und Männertreu. Vor allem das Blumenbeet hat es Gerricusstift-Bewohnerin Elisabeth Graf angetan. Die 85-Jährige hat schon als Kind gerne gegärtnert: „Meine Mutter musste mir in unserem Kleingarten immer ein Stück abgeben und dann habe ich dort Margeriten, Sonnenblumen und Tulpen gepflanzt.“ Auch bei Wilma Dittmann kommen beim Anblick der Beete Erinnerungen hoch: „Im Krieg haben wir den ganzen Winter von Eingemachten aus unserem Garten gelebt.“ Gerne erinnert sich die 87-Jährige auch daran, wie sie als Kinder versuchten, die längste Möhre aus dem Boden zu ziehen oder den dicksten Apfel zu pflücken. 


Die "Anpflanz-Aktion", die Musik und das sonnige Wetter haben viele Bewohner in den Sinnesgarten gelockt.

„Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich, die Pflanzen und Blumen auf den Hochbeeten wachsen zu sehen“, weiß Ingrid Keller vom Sozialen Dienst des Gerricusstifts aus Erfahrung. Das regelmäßige Gießen der Pflanzen sei zudem für viele Bewohnerinnen und Bewohner eine sinnvolle Beschäftigung, so Keller. Dass das Pflege- und Altenheim erst vor vier Wochen die Patenschaft für zwei Hochbeete im nahe gelegenen Kleingartenverein „Am Balderberg“ übernommen hat, hält Ingrid Keller für eine gute Ergänzung der eigenen Hochbeete: „Unsere noch gut beweglichen Bewohner pflegen lieber die Pflanzen im Kleingartenverein und nutzen es aus, dort Kontakt zu den Vereinsmitgliedern aufzubauen.“ Während die gerade gesetzten Gemüsepflanzen in den Hochbeeten des Gerricusstifts noch wachsen müssen, konnten die Bewohnerinnen und Bewohner aus den Beeten im Kleingartenverein bereits die erste Ernte einfahren: Beim sich an das „Anpflanzen“ anschließenden Grillabend gab es Salat aus eigenem Anbau.


Zu den Klängen einer Akkordeonspielerin singen Bewohner und Betreuer sommerliche Volkslieder und Schlager.

Text und Fotos: Angelika Fröhling


 

Patenschaft für Hochbeete übernommen

Kinder und Bewohner gärtnern gemeinsam.

27.04.2018. Das Gerricusstift hat gemeinsam mit der Ferdinand-Heye-Schule die Patenschaft für insgesamt sechs Hochbeete im Kleingartenverein „Am Balderberg“ übernommen. Die Beete, die der Kleingartenverein am Steinweg 23 eigens für das Pflege- und Altenheim und die Grundschule angelegt hat, wurden bereits mit Blumen, Kräutern, Gemüse und einem Himbeerstrauch bepflanzt. 

Emil Flisikowski, Irene Hoppe und Wolfgang Wriggelsworth (v.l.n.r.) bei der offiziellen "Schlüsselübergabe".

Am 27. April fand bei schönem, frühsommerlichen Wetter die feierliche Übergabe der Hochbeete an die Bewohnerinnen und Bewohner des Gerricusstifts und an die Kinder des Offenen Ganztags der Ferdinand-Heye-Schule statt. Irene Hoppe vom Sozialen Dienst des Gerricusstifts dankte dem Vorstand des Kleingartenvereins und den Vereinsmitgliedern für die „schöne Gelegenheit“ für die Bewohnerinnen und Bewohner selbst zu gärtnern sowie Gemüse und Kräuter für die Kochgruppe der Einrichtung zu ernten. Ein Dankeschön richtete sie zudem an die Grundschüler, die auch die Hochbeete des Gerricusstifts mit Erde befüllt hatten sowie an den Vereinsvorsitzenden Emil Flisikowski, der aus eigener Tasche Scheren, Hacken und Schaufeln für die Senioren angeschafft hatte. Die Gartengeräte lagern nun stets erreichbar in einer Gartenbank mit abschließbarem Staufach.

Uwe Bauersachs, Mathilde Morawitz, Irene Hoppe und Renate Grimm-Cobet pflegen das neue Hochbeet (v.l.n.r.).

Auch Bezirksbürgermeister Karsten Kunert lobte die vorbildliche Aktion des Kleingartenvereins „Am Balderberg“ und spendierte im Namen der Bezirksverwaltung für die kommende Gartenarbeit handliche Gießkannen, die selbst von Kindern und Senioren leicht zu tragen sind. 

Günter Berghahn (l.) und Jürgen Dünnebacke versorgen die Blumen mit ausreichend Wasser.

Neben den Hochbeeten weihte der Kleingartenverein einen neuen Naschgarten für Jedermann und einen Kleingartenlehrpfad sowie Info-Tafeln ein. Gerricusstift-Bewohner Günter Berghahn zeigte sich sehr beeindruckt von einem großen „Insektenhotel“, das Herberge für unzählige Wildbienen und Hummeln bietet. „Das ist wirklich eine tolle Idee“, so Berghahn. Bewohnerin Mathilde Morawitz machte sich gleich eifrig an die Pflege der Hochbeete, zupfte Unkraut und goss die Pflanzen. Trotz ihrer 93 Jahre möchte sie nun alle paar Tage zu den Beeten gehen und nach dem Rechten sehen.

Gut geschützt wächst und gedeiht das Gemüse.

Text und Fotos: Angelika Fröhling


 

Moderne Schließanlage erleichtert den Alltag

23.03.2018. Für Günter Berghahn ist die neue Schließanlage eine „wirklich tolle Sache“. Seit Anfang des Jahres trägt der Bewohner des Pflege- und Altenheims Gerricusstift einen kleinen runden „Funkschlüssel“ bei sich, mit dem sich seine Zimmertür ganz leicht entriegeln lässt. „Man muss nur leicht in der Mitte drücken, hört ein kurzes Piepsen und ruck zuck ist die Tür auf“, erklärt der 87-Jährige.

Mit dem neuen "Funkschlüssel" kann Bewohner Günter Berghahn ganz leicht seine Zimmertür öffnen.

Ende letzten Jahres ließ das Gerresheimer Pflege- und Altenheim für rund 80.000 Euro eine moderne, innovative Schließanlage einbauen – als erste Einrichtung in der Region. Seit Januar ist sie in Betrieb. „Die meisten unserer Bewohner sind aufgrund von körperlichen oder demenziell bedingten Einschränkungen nicht mehr in der Lage, ihre Zimmertüren mit einem herkömmlichen Schlüssel aufzuschließen“, erklärt Remy Reuter, Leiter des Gerricusstifts. Vielen Bewohnern und Bewohnerinnen sei es aber unangenehm gewesen, immer eine Mitarbeiterin beim Auf- und Abschließen um Hilfe bitten zu müssen. Die Folge: Tagsüber standen fast alle Zimmertüren offen. „Dadurch war der Schutz des Eigentums nicht mehr gewährleistet“, sagt Reuter und ergänzt: „Außerdem kam es oft vor, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz in der Tür irrten und mehrmals am Tag im falschen Zimmer standen.“ Etwa 75 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner des Gerricusstifts leiden unter demenziellen Veränderungen.

Es gibt drei Arten von "Schlüsseln". 

Das Besondere an der neuen Schließanlage ist: Sie lässt drei Arten von „Schlüsseln“ zu. Etwa die Hälfte der 103 Bewohnerinnen und Bewohner wurde wie Günter Berghahn mit einem Funkschlüssel ausgestattet, der ähnlich wie ein Autoschlüssel aussieht und leicht zu bedienen ist. Die andere Hälfte trägt einen Sender, der in ein unauffälliges Armband integriert ist, und das Zimmer automatisch aufschließt, sobald man nah genug an die eigene Tür herangeht. Ungefähr 10 Bewohner nutzen noch ihren alten Metall-Schlüssel, weil sie sich nicht mehr an etwas Neues gewöhnen wollen.

„Die Investitionskosten waren zwar recht hoch, aber das Geld haben wir in zehn Jahren locker eingespart“, sagt Einrichtungsleiter Remy Reuter. Ging früher ein Schlüssel verloren, der in der Regel auch auf Gemeinschaftsräume passte, mussten gleich alle Schlösser ausgewechselt werden. Bereits zwei Mal entstand dadurch in den letzten Jahren ein Schaden von mehr als 7.000 Euro. „Heute löschen wir bei einem Schlüsselverlust einfach die Zugangsberechtigung“, sagt Reuter zufrieden. Dabei kosteten die neuen Schlüssel nicht mehr als die konventionellen Schlüssel.

Bewohner Günter Berghahn zeigt, wie der "Armband-Schlüssel" funktioniert. (Alle Fotos: Angelika Fröhling)

Der wie ein Uhrenarmband aussehende, neue „Schlüssel“ hat noch einen weiteren Vorteil: Bei Bedarf könnte der Sender und damit auch sein Träger über GPS geortet werden. Dafür würde das Alten- und Pflegeheim wie vorgeschrieben eine richterliche Genehmigung einholen, um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen. „Zum Glück ist es aber noch nicht vorgekommen, dass ein Bewohner oder eine Bewohnerin nicht mehr zu uns zurück gefunden hat “, berichtet Remy Reuter.

Die neue Schließanlage war nach der umfangreichen Innensanierung (Umstellung auf eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent) und den neuen Außenanlagen die vorerst letzte Umbaumaßnahme. In den nächsten Wochen und Monaten wird Remy Reuter weiterhin viel damit zu tun haben, die zahlreichen Anfragen zu beantworten und Interessenten anderer Pflege- und Altenheime die Schließanlage zu zeigen. Schließlich ist das Gerricusstift mit seinem digitalen Schließsystem nun Vorreiter.


 

Gerresheimer Glas weckt Erinnerungen

14.11.2017. Die 85-jährige Elisabeth Graf hat trotz harter Schichtarbeit gute Erinnerungen an die Zeit, als sie mit Mitte Zwanzig in der Gerresheimer Glashütte am Fließband stand: „Wir haben uns alle gut verstanden, und ich habe gerne dort gearbeitet.“ Ihre Aufgabe war es, die fertig bedruckten Glasflaschen auf das Band zu stellen, das zum Aushärten in den Ofen führte. Auch ihr Ehemann, ein gelernter Schlosser, war in der Gerresheimer Glashütte tätig, die vor zwölf Jahren geschlossen wurde. 


Bewohnerinnen und Kinder der Kita St. Margareta schauen zu, wie Glasbläser Oguz Özdemir ein Herz aus Glas formt.

So wie Elisabeth Graf geht es vielen ihrer Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern im Pflege- und Altenheim Gerricusstift in Düsseldorf-Gerresheim: Sie haben selbst in der Fabrik gearbeitet oder kennen jemanden, der dort tätig war. Kein Wunder: Zu ihren besten Zeiten gehörte die Gerresheimer Glasfabrik zu den größten Glashütten der Welt und beschäftigte mehr als 5.000 Mitarbeiter aus vielen verschiedenen europäischen Ländern. 

„Dass sich so viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner an die Glashütte erinnern, haben wir zum Anlass genommen, hier in unserem Haus einige der in Gerresheim hergestellten Produkte zu zeigen“, sagt Remy Reuter, Leiter des Gerricusstifts, der am Dienstag eine kleine Glasausstellung in dem Pflege- und Altenheim eröffnete. Sein Dank galt Gaby und Peter Schulenberg vom Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim (FKI), die dafür aus ihrem eigenen Archiv und dem Archiv des FKI Flaschen, Einmachgläser und kuriose Gegenstände wie einen „Spucknapf“ für Winzer zusammengetragen und aufbereitet hatten. 


Bewohnerin Christa-Maria Koch erzählt Peter Schulenberg vom Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim von ihren Erinnerungen an die Gerresheimer Glashütte.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt neben einem Glasbläser, der seine Kunst vorführte, eine „Dotzwasserflasche“, die Peter Schulenberg bei der Eröffnung der Ausstellung herumzeigte. Eine solche Flasche enthält eine Glaskugel, die damals kohlensäurehaltige Getränke wie Sprudel, Limonade oder Brause luftdicht verschloss. Obwohl die Kinder der Kita St. Margareta, die zur Ausstellung ins benachbarte Gerricusstift gekommen waren, so eine Flasche noch nie gesehen haben, errieten einige von ihnen schnell, wie die Kugel in die Flasche kommt. Drei Arbeitsschritte waren dazu notwendig. Dies ist auch einer der Gründe, warum die aufwändige Produktion der Kugelverschlussflaschen Mitte der 1950er Jahre in Gerresheim eingestellt wurde. Sehr zum Leidwesen der damaligen Kinder. Auch Peter Schulenberg hat als Kind noch mit den Kugeln („Dotzen“) gespielt und erinnert sich, dass ein Glasdotz im Tauschhandel so viel wert war wie drei Dotze aus Ton. 


Eine "Dotzwasserflasche" aus der Produktion der Gerresheimer Glashütte.

Die Erinnerungen an die Gerresheimer Glashütte hält auch Gerricusstift-Bewohnerin Helga Begere wach, die mit 18 Jahren in der einst größten Flaschenfabrik der Welt am Fließband gearbeitet hat. Jeden ersten Montag im Monat trifft sie sich im zentrum plus in Gerresheim mit etwa vierzehn anderen Männern und Frauen, die alle einen Bezug zur Glasfabrik haben. In dem Gesprächskreis werden dann Geschichten zu Mitarbeitern und Begebenheiten der Glashütte zusammengetragen und erzählt, wie es damals im „unteren Gerresheim“ war. „Ich verpasse keinen Termin“, sagt die heute 82-Jährige stolz. 

Gerresheimer Glas weckt Erinnerungen: Peter Schulenberg (r.) im Gespräch mit Bewohnerin Gisela Lennartz und ihrem Mann.

Für Gaby Schulenberg sind solche Erinnerungen von Zeitzeugen ein regelrechter Schatz. Sie rief bei der Ausstellungseröffnung die Bewohnerinnen und Bewohner des Gerricusstifts auf, Verwandte und Freunde, die in der Gerresheimer Glashütte gearbeitet haben, zu bitten, Fotos und Dokumente wie beispielsweise Einstellungspapiere zu sichern. „Viele Fotos oder Alltagsgegenstände aus Glas werden bei Wohnungsauflösungen leider weggeworfen“, bedauert Gaby Schulenberg, die sich gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren für den Erhalt der Erinnerung an die Gerresheimer Glashütte einsetzt. 


Als es noch keine Tiefkühlgeräte gab, wurde Eingemachtes in Gerrix-Gläsern haltbar gemacht. (Alle Fotos: Angelika Fröhling)

Gerricusstift-Bewohnerin Elisabeth Graf bedauert zudem den Rückzug der Glasflaschen: „Heutzutage gibt es ja leider fast nur noch Plastikflaschen.“


 

Herbstfest mit Kartoffeln und "Keyboarder Karl"

19.10.2017. „Zum Herbst gehören für mich Stoppelfelder und Kartoffelfeuer“, sagt Irmgard Kakeroth, Hauswirtschaftsleiterin des Pflege- und Altenheims Gerricusstift in Düsseldorf-Gerresheim. Für das Herbstfest des Gerricusstifts suchte sie deshalb bewusst ein Gericht mit Kartoffeln aus. Zur Freude der gut 50 Bewohnerinnen und Bewohner, die an diesem Oktoberabend in der mit Heidekraut, Strohballen und Kürbissen geschmückten Caféteria gemeinsam mit Freunden, Angehörigen und Mitarbeitern des Pflege- und Altenheims zusammen kamen, gibt es frisch gebackene Reibekuchen mit Apfelmus. 


Aus der heißen Pfanne: Küchenleiter Peter Kohlm von Eberhard Catering und Hauswirtschafterin Parsto Monsef sorgen dafür, dass die Reibekuchen ganz frisch auf den Teller kommen.

„Die schmecken wirklich köstlich“, meint eine Bewohnerin als sie eine Nachschlagportion der Kartoffelpuffer erhält. „Viel besser als sonst.“ Kein Wunder: Schließlich hatte Peter Kohlm vom Michael-Eberhardt-Catering-Team erst einige Stunden zuvor etwa 35 Kilogramm Kartoffeln in seiner Großküche „durchgedreht“. Nun steht er auf dem Vorplatz des Gerricusstifts und backt in zwei riesigen heißen Pfannen die Reibekuchen vor Ort aus. „Natürlich schmecken frisch zubereitete Reibekuchen immer am besten“, findet auch Peter Kohlm. „Heute soll es ja auch etwas Besonderes geben.“  


Auf den Nachschlag, serviert von Margarete Grund (Mitte), freuen sich Bewohnerinnen und Gäste schon.

Ganz besonders war auch die Musik an diesem Abend. Mit Liedern wie „Lass‘ die Sonne in dein Herz“ und „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ animierte Karl-Josef Jörrißen alias „Keyboarder Karl“ die Bewohnerinnen und Bewohner zum Mitsingen und Schunkeln. Eine Bewohnerin singt gut gelaunt einige Zeilen ins Mikrofon des Alleinunterhalters aus Eschweiler. Beim Klassiker „Adieu mein kleiner Gardeoffizier“ schnappen sich fast alle eine rote Papierserviette und schwenken sie über ihren Köpfen im Takt. Für Nicole Vetten vom Sozialen Dienst des Gerricusstifts ist das Herbstfest am Ende des Abends ein Erfolg: „Leckeres Essen, mitreißende Musik und zufriedene Bewohner – so wünschen wir uns das!“


"Keyboarder Karl" alias Karl-Josef Jörrißen bringt die Herbstfest-Gesellschaft in Stimmung. (Alle Fotos: Angelika Fröhling)

 

Ein Garten für die Sinne

30.08.2017. Das Wetter passte perfekt zu einer Garteneröffnung: Bei hochsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein genossen es gestern die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflege- und Altenheims Gerricusstift in Gerresheim, die neuen Gartenlagen einzuweihen. Herzstück der Neugestaltung ist ein geschützter Sinnesgarten, der mit duftenden Kräutern, blühenden Blumen, mit Wind-, Wasser- und Klangspielen sowie einer Duftorgel insbesondere Menschen mit Demenzerkrankungen Anregungen für alle Sinne und Orientierung bietet. Neue Sitzbänke im westlichen Teil des Gartens und ein großzügiger, repräsentativer Vorplatz mit weiteren Sitzbänken, einem Wasserspiel, neuen Pflanzen und einem neuen Bodenbelag laden zum Verweilen an der frischen Luft ein.

 


Bewohnerinnen, Michael Brockerhoff und Harald Blank (v.l.) betrachten den Wasserlabyrinthstein im neuen Sinnesgarten.

„Wir freuen uns, dass wir dank der Unterstützung durch die Bürgerstiftung Gerricus ansprechende und abwechslungsreiche Begegnungsorte für Bewohner, Mitarbeiter und Gäste schaffen konnten“, sagte Remy Reuter, Leiter des Gerricusstifts, bei der Eröffnung. Vor allem der Sinnesgarten sei für Demenzkranke, die inzwischen rund 80 Prozent der 103 Bewohner ausmachten, eine große Bereicherung, so Reuter. Nun müssten die demenzkranken Bewohner, die häufig einen hohen Bewegungsdrang haben, nicht mehr warten, bis sie Jemand nach draußen begleitet. Den abgeschlossenen Teil des Gartens können sie nun auch alleine nutzen. Ein barrierefreier Zugang, eine gute Beleuchtung und eine Rufanlage für den Notfall sorgen dort –wie auch im gesamten Garten - für Sicherheit.


Ein Bewohner probiert das neue Klangspiel aus.

 Finanziert hat den Sinnesgarten die Bürgerstiftung Gerricus. „Vom Sinn eines solchen Gartens konnte die Bürgerstiftung Gerricus viele Menschen überzeugen, sodass im Laufe der jahrelangen Planungen viele Spenden gewonnen werden konnten, darunter sehr großzügige von Privatpersonen, aber auch Gelder von Unternehmen“, erzählte der Vorstandsvorsitzende Michael Brockerhoff. Insgesamt hat die Bürgerstiftung Gerricus rund 100.000 Euro an Spenden für den Sinnesgarten, für die Umgestaltung des Zufahrtsbereichs vor dem Eingang des Gerricusstifts zu einer einladenden Sitzecke und für die zusätzliche Ausstattung der Gartenanlagen, z.B. mit einem Wasserlabyrinthstein und einem von Künstlern gestalteten Windspiel, gesammelt.


Einrichtungsleiter Remy Reuter unterhält sich mit einer Bewohnerin und einer Alltagsbegleiterin über die Vogelvolière.

Besonders beliebt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sei die Voliere, in der zehn bunte Kanarienvögel munter zwitschern, berichtet Gerricusstift-Mitarbeiterin Corinna Siwon. Aber auch das Klangspiel im Sinnesgarten, ein so genanntes Dendrophon, komme gut bei den Bewohnern an. „Manche spielen sehr schöne Melodien darauf, die sogar noch in den Wohnbereichen zu hören sind und die Bewohner neugierig machen“, ergänzt Corinna Siwon. 


Die Gerüche aus der Duftorgel wecken Erinnerungen.

Der Sinnesgarten mit seinen verschiedenen Stationen zum Riechen, Sehen, Hören und Schmecken ist nicht isoliert zu sehen, sondern er ist Bestandteil der gesamten Grünanlagen rund um das Gerresheimer Pflege- und Altenheim, die nach einem durchgängigen Konzept unter der Leitung von Landschaftsarchitekt Harald Blank angelegt wurden. Dazu gehören zum Beispiel im offenen Gartenbereich mehrere Pflanztische, an denen auch Rollstuhlfahrer Blumen pflanzen und Kräuter ernten können, sowie eine Sitzgruppe im Halbrund mit Bäumen und Blumen, auf die auch die Bewohner von einem neu errichteten Balkon herabblicken können.

 


An die Pflanztische kommen auch Rollstuhlfahrer gut heran.

„Wenn ein Gartenbesucher eine Rose betrachtet und ihren Duft einatmet, kann er sich möglicherweise an frühere Erlebnisse und Empfindungen erinnern“, weiß Harald Blank. „Nicht zuletzt kann der Aufenthalt im Garten Begegnungen ermöglichen und Kontakte vertiefen“, ergänzt Michael Brockerhoff. Das entspreche dem Leitgedanken ‚Begegnungen fördern‘ der Bürgerstiftung Gerricus. 


Eines der beiden neuen Windspiele im Außengelände. (Alle Fotos: Angelika Fröhling)

Um Begegnungen zu fördern und um einen großen Wunsch der Bewohner aufzugreifen, regte die Bürgerstiftung Gerricus auch die Umgestaltung des Eingangsbereichs zu einer schönen Terrasse mit Bänken und Sonnenschirmen an. Nun sitzen die Bewohnerinnen und Bewohner gerne vor dem Haupteingang, um die Sonne zu genießen und den Alltagsbetrieb mitzubekommen. „Damit stehen unseren Bewohnern nun viele Möglichkeiten offen, das Außengelände zu nutzen“, so Einrichtungsleiter Remy Reuter.


 

Sommerfest International

20.07.2017. Für das Sommerfest des Pflege- und Altenheims Gerricusstift in Düsseldorf-Gerresheim hatten sich die neue Hauswirtschaftsleiterin Irmgard Kakeroth und das Team der Michael Eberhardt Catering GmbH, das für die Verpflegung der Gerricusstiftbewohner zuständig ist, ein besonderes kulinarisches Highlight ausgedacht: Passend zum Thema „Sommerfest International“ entführten sie Bewohner, Mitarbeiter und Angehörigen nach Spanien und bereiteten vor ihren Augen auf einem großen Außengrill eine leckere Paella zu. Wegen des unbeständigen Wetters hatten die Mitarbeiter des Gerricusstifts allerdings kurzfristig in der Caféteria im Erdgeschoss die Tische gedeckt.


Küchenleiter Peter Kohlm von Eberhardt Catering bei der Zubereitung der Paella.

Irmgard Kakeroth und die beiden Köche Peter Kohlm und Tobias Rheinsch boten eine Paella mit Hühnchenfleisch und eine mit Meeresfrüchten an. Am Ende des Tages zeigte sich, dass beide Paellas bei den Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern gleichermaßen beliebt waren.

Darüber hinaus hatte Ingrid Keller vom Sozialen Dienst des Gerricusstifts mit ihrem Team ein buntes Programm auf die Beine gestellt: „Schatzi & die Schlagerpiratin“ unterhielten mit deutschen und englischen Liedern. Kinder und Jugendliche der spanischen Gemeinde Düsseldorf führten spanische Tänze auf und Marianne Bölitz, die in ihrem eigenen Studio „Al Armana“ in Erkrath Orientalischen Tanz unterrichtet, zeigte ihr Können. „Die Stimmung ist sehr gut, und ich habe bisher nur positive Rückmeldungen bekommen“, fasste Ingrid Keller zusammen. Zudem nahmen dieses Jahr mit rund 100 Personen besonders viele Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Angehörigen am Sommerfest teil.


An der langen Kaffeetafel schmeckt es besonders gut. (Alle Fotos: Günter Berghahn)

Wie schon in den Jahren zuvor waren auch dieses Mal wieder eine Tombola sowie ein Quiz zum Ankreuzen bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sehr gefragt. Den Hauptgewinn – ein Gutschein für das italienische Eiscafé Ghirloni – gewann Uwe Bauersachs. Wenn er den Gutschein bei einem Besuch dort einlöst, denkt er sicher gerne an das abwechslungsreiche Sommerfest im Gerricusstift zurück.